Corniglia ist der kleinste und höchst gelegene Ort der "Cinque Terre".
Er liegt 100 Meter über Meer, auf dem Felsvorsprung einer Bergkette, die
parallel zur Küste verläuft.
Das
altertümliche Städtchen ist per Bahn, Autobus oder Auto einfach zu
erreichen. Vom Bahnhof aus führen 377 Treppen (!) nach Corniglia, aber
glücklicherweise wartet bei jeder Ankunft eines Zuges ein Kleinbus auf
die Ankommenden. Damit dürfen sich alle Faulpelze gemütlich zum Dorf
fahren lassen.
Die Ursprünge Corniglia's gehen zurück bis ins alte Rom. Das Dorf
wurde nach dem römischen Grossgrundbesitzer Cornelius benannt, der ein
berühmtes Weingut betrieben hatte. Bei den Ausgrabungen in Pompei fand
man Wein-Amphoren, die mit dem Namen "Cornelia" beschriftet sind.
Der
italienische Dichter Francesco Petrarca rühmte im 14. Jahrhundert diesen
Wein mit den Worten: "Solis vineta oculo lustrata benigno." ("Weingüter,
berühmt durch das gütige Auge der Sonne") und "Palmite late
inclita mellifluo" ("Wohlgerühmt für ihre Süsse").
Die intensive Sonnenbestrahlung und das Salz des Meeres verleihen dem Wein von
Corniglia und jenem der ganzen "Cinque Terre" seinen charakteristischen
Geschmack. Er weist einen hohen Zuckergehalt auf.
1254 ging die Herrschaft über Corniglia von Papst Innocenzo IV's an Nicolo
Fieschi über. Dieser verwehrte den Einheimischen fortan die Zugehörigkeit
zu Genua.
Corniglia ist unter den fünf "Cinque Terre"-Städtchen wohl
das eigenwilligste, dies nicht zuletzt wegen seiner höher gelegenen Position.
Nördlich von Corniglia, direkt am Meer, liegen Vernazza and Monterosso.
Südlich davon, ebenso an der Küste, liegt Manarola. Von dort aus erreicht
man in 15 Minuten Riomaggiore. Man wandert dazu auf der wunderbaren Via dell'Amore
("der Liebesstrasse"), einem unglaublich schönen Weg, der hoch
über den Felsen entlang der Küste führt. Diese fünf Städtchen
bilden zusammen die berühmten "Cinque Terre". Da Corniglia höher
liegt als seine vier Nachbarorte, ist es im Gegensatz zu ihnen mehr von der
Landwirtschaft als vom Meer geprägt.
Corniglia ist von einer steilen, kleinen Anhöhe begrenzt. Deshalb rängen
sich seine Häuser eng aneinander, sie scheinen geradezu ineinander verwachsen
zu sein. Viele von ihnen haben zwei Eingänge. Zahlreiche Maler - seien
es Profis oder Amateure - lieben die Originalität dieses Ortes. Mit ihren
Gemälden sind sie oft eine beliebte Attraktion für die Passanten.
Die "piazzetta", der Hauptplatz des Ortes, dient als Treffpunkt der
Einheimischen. Hier spielt sich das typisch italienische Dorfleben ab.
Sehenswert ist die Kirche San Pietro, die am Ende des Städtchens liegt.
Sie wurde zwischen 1334 to 1351 erbaut. Die nüchterne Fassade dieser
Kirche besteht aus lokalem Sandstein und ist bestimmt der interessanteste Teil
des Gebäudes, da in ihr bis heute der Baustil von 1300 aufrecht erhalten
blieb. Besonders schön daran ist das berühmte Rosetten-Fenster über
dem Eingang. 1351 aus Carrara-Marmor gefertigt, zeugt es von wunderbarem Kunsthandwerk
und wird für seine Eleganz bewundert. Verschiedene Desings lassen es in
reichhaltiger Form erscheinen. Im Forum der Kirche befindet sich die Figur eines
Hirsches - das Emblem von Corniglia. Ebenso anschaulich sind das Oratoirum Santa
Caterina, die Kapelle Santa Maria und das Kirchlein San Bernardo.
Für den Hintergrund dieser Website haben wir eine antike Karte von Corniglia
verwendet. Sie wurde 1773 von Matteo Vinzoni veröffentlicht und zeigt das
historische Städtchen mit seiner Umgebung.